Drei Varianten einer Anzeige für La Familia Fightclub Erfurt: Ein Coach spricht im Hochformat in die Kamera.

Werbeanzeigen · UGC · Formate

UGC-Anzeigen: Videos, die nicht nach Werbung aussehen

—02. Oktober 2026—3 Min. Lesezeit

Im Feed scrollen Menschen an Werbung vorbei, aber selten an anderen Menschen. Darauf bauen UGC-Anzeigen. UGC steht für User Generated Content, also Inhalte, die aussehen, als hätte sie jemand selbst mit dem Handy aufgenommen: Eine Person spricht in die Kamera, zeigt ein Produkt oder erzählt von einer Erfahrung. Kein Studio, keine Hochglanz-Optik. Gerade das macht sie im Feed glaubwürdig.

Was UGC bei Werbeanzeigen bedeutet

Es gibt drei Varianten:

  • Echte Kunden oder Creator filmen sich mit deinem Produkt und erzählen davon.
  • Du oder dein Team filmt im selben Stil: Hochformat, direkt in die Kamera, ohne Drehbuch zum Ablesen.
  • Ein KI-Creator stellt dein Produkt vor. Die Person im Video entsteht mit KI, niemand muss vor die Kamera. Das ist inzwischen möglich und praktisch für schnelle Varianten. Ein KI-Creator darf aber nicht so tun, als wäre er ein echter Kunde, und Instagram, TikTok und YouTube verlangen bei realistischen KI-Inhalten in vielen Fällen einen Hinweis. Mehr dazu bei der KI-Videoproduktion.

Wichtig ist nicht, wer vor der Kamera steht, sondern dass das Video im Feed wie ein Beitrag wirkt und nicht wie ein Werbespot.

Zwei Beispiele aus meinem Portfolio

Standbild aus einer Anzeige von La Familia Fightclub Erfurt: Ein Coach spricht im Hochformat in die Kamera.
La Familia Fightclub Erfurt

Ein Coach des Kampfsportvereins spricht direkt in die Kamera. Daraus habe ich drei Anzeigen für den MMA-Kurs geschnitten, mit verschiedenen Einstiegen und Längen: 23, 34 und 37 Sekunden. So kann der Verein testen, welche Variante am besten ankommt. Alle drei Varianten zeige ich in der Fallstudie zu La Familia Fightclub.

Standbild aus der Anzeige für BODIFY: Eine Frau trägt den EMS-Bauchtrainer und stellt ihn vor.
BODIFY

Ein anderer Kunde, ein anderes Produkt: Bei BODIFY trägt eine Frau den EMS-Bauchtrainer und stellt ihn vor. Daraus ist eine Anzeige mit 78 Sekunden entstanden, in 9:16 für Reels und Stories und in 4:5 für den Feed. Untertitel tragen die Botschaft auch ohne Ton. Mehr in der Fallstudie zu BODIFY.

So schneide ich UGC-Anzeigen

  1. Ein Einstieg, der stoppt. Der stärkste Satz oder der stärkste Moment kommt nach vorn, nicht die Begrüßung.
  2. Natürlich bleiben. Pausen und Versprecher fliegen raus, aber das Video soll nicht glatt poliert wirken. Zu viele Effekte machen aus UGC wieder Werbung.
  3. Untertitel. Viele sehen ohne Ton. Die Untertitel stehen in der sicheren Zone, damit sie nicht unter den Knöpfen verschwinden.
  4. Zeigen statt nur sagen. Das Produkt in Benutzung, ein Ergebnis, ein echter Moment als Beleg.
  5. Eine klare Aufforderung am Ende: Was soll der Zuschauer jetzt tun?
  6. Varianten aus demselben Material. Andere Einstiege, andere Längen, 9:16 und 4:5. So entsteht aus einer Aufnahme ein ganzes Anzeigen-Set.

Tipps fürs Filmen

  • Handy hochkant halten, Kamera auf Augenhöhe.
  • Mit dem Licht filmen, also nicht gegen das Fenster.
  • Ruhige Umgebung oder ein Ansteckmikrofon. Schlechten Ton kann ich im Schnitt kaum retten.
  • Frei sprechen statt ablesen. Stichpunkte reichen.
  • In kleinen Abschnitten aufnehmen: Teil, was du sagen willst, in kurze Abschnitte und nimm jeden einzeln auf. Das ist leichter als ein langer Text am Stück und lässt sich besser schneiden.
  • Einfach formulieren: Komplizierte Sätze vereinfachen. Was man im Feed nicht sofort versteht, wird weggescrollt.
  • Lieber zu viel aufnehmen als zu wenig, aussortieren ist mein Job.

Alles Weitere steht in der Checkliste „Mit dem Handy filmen“.

Rechte klären

Wer in deiner Anzeige zu sehen ist, muss damit einverstanden sein, dass die Aufnahmen für Werbung genutzt werden. Das gilt für Mitarbeitende genauso wie für Kunden und Creator. Lass dir das am besten schriftlich geben, bevor die Anzeige läuft.

Fazit

UGC-Anzeigen wirken, weil sie nicht nach Werbung aussehen. Dafür braucht es kein Studio, sondern echte Menschen, einen starken Einstieg und einen Schnitt, der natürlich bleibt. Wenn du das Material hast oder filmen willst: Bei meinen Werbeanzeigen mache ich daraus ein Anzeigen-Set zum Testen.

Aus einer Aufnahme ein Anzeigen-Set.

Du filmst, ich schneide daraus Anzeigen mit verschiedenen Einstiegen, Längen und Formaten zum Testen.